Botschaft zum Ramadanfest

Wir haben den Fastenmonat Ramadan -den gesegnetsten Monat des Jahres-, der uns mit seiner Gnade empfang, uns mit seinem Segen umarmte, den Muslimen die Geduld, den Dank an die Gottesgaben, die Wahrnehmung und Teilung  dessen, was uns nah ist und was wir besitzen, lehrte, hinter uns gelassen und haben nun die Festtage erreicht, in der Glück und Freude, Liebe und Brüderlichkeit sich in der Gesellschaft verbreiten. Wir erhoffen und wünschen uns, dass der Fastenmonat Ramadan mit seinen Werten und Verpflichtungen, die unsere Hingabe zu Allah ausbessern; seinen Prinzipien, die uns ermöglichen, uns selbst zur Rechenschaft zu ziehen; seinen Maßen der Ethik und der Tugend, die uns erneut verformen; seinen Freundschafts-, Brüderlichkeits- und Nachbarschaftsbeziehungen, die uns ein zweites Mal beleben und stärken; zweifellos ein äußerst ertragreicher und fruchtbarer Monat gewesen ist. Wir haben in diesem gesegneten Fastenmonat die seelische Erziehung des Fastens, den Segen des Fastenbeginns und des Fastenbrechens, die Begeisterung zum Teravih-Gebet und die Freude über der durch die Koranrezitationen in unseren Herzen entstandene Demut empfunden, unsere Herzen aufgefrischt und unsere Seligkeit gestärkt. Unsere Moscheen haben mit den Gemeinschaftsgebeten eine besondere Lebendigkeit gewonnen. Wir haben uns in dieser Zeit noch mehr für das Gute angestrengt als sonst. Wir haben hinsichtlich der Rücksicht auf arme und alleinstehende Menschen, der Hilfeleistung und Solidarität gegenüber Bedürftige, dem gegenseitigen Wettkampf zur Erzielung des Guten, dem Interesse für die Leiden und Sorgen anderer,  unser Bestes gegeben.
Wir haben, indem wir erkannt haben, dass wir ein bedeutungsvoller Teil des großen Ganzen sind, unseren materiellen Reichtum, unsere schönen Aussagen und Wünsche und unsere Liebe mit jedem geteilt. Wir haben uns bemüht, für unsere alleinstehenden Brüdern und Schwestern da zu sein. Wir haben während des Fastenmonats für unsere unter Grausamkeit und Tyrannei lebenden muslimischen Geschwister gebetet. Nun haben wir endlich die Festtage des Ramadan erreicht.
Die Feste sind Geschenke Allahs, die die Absicht haben, uns, den Angehörigen der gleichen Religion und des gleichen Glaubens, zu vereinen, die Herzen zu verbinden, die Brüderlichkeit zu befestigen, die Verärgerungen untereinander zu reparieren. Feste sind die Schauplätze für die Glaubensbrüderschaft der Nationen. Feste sind außergewöhnliche Phasen, indem es den Glauben, die religiösen Pflichten, die Geschichte und Kultur in einer Freudenatmosphäre zusammenbringt, uns in die Zukunft begleitet und im geschichtlichen Kontext uns Muslimen eine Kontinuität verleiht.
Doch leider verbringen wir die diesjährigen Festtage des Ramadan in Kummer und Schmerz. Weltweit gibt es Muslime, die mit Unterdrückung und Ungerechtigkeit konfrontiert sind und ihr Fasten angesichts der Bombenfälle brechen. Während wir in diesen Festtagen in unseren gemütlichen Wohnungen, in jeglichen Möglichkeiten und Bequemlichkeiten, in Ruhe und Frieden mit unseren Kindern, Verwandten und Angehörigen feiern, gibt es weltweit in den verschiedensten Orten Muslime, die den Ramadanfest unter Bombenfällen und Schüssen willkommen heißen. Unsere Aufgabe ist es, in diesen Festtagen unseren Brüdern und Schwestern in Not und Armut beizustehen, ihnen zu helfen und für sie zu beten.
Mit diesen Eindrücken und Gedanken  hoffe ich, dass diese Festtage der Anlass für solche Feste werden, die auch wirklich im Sinne von Festen verbracht werden; zudem wünsche ich mir, dass diese Anlass für einen dominierenden Weltfrieden, für die Wahrung der Menschenrechte, der Gerechtigkeit und der Rechte, für eine Welt, in der Kriege, Blut und Tränen in Vergangenheit geraten, werden. Ich gratuliere allen, und vor allem in Deutschland lebenden Muslimen zum Ramadanfest und bete zu Allah, dass dieses Fest neue Hoffnungen und Möglichkeiten für die ganze Menschheit, im Sinne eines menschlichen und friedlichen Zusammenlebens mit sich bringt.


Prof. Dr. Izzet Er
DITIB Bundesvorsitzender
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