Grußbotschaft zur Mi’radsch-Nacht

In der Nacht vom Sonntag, den 25. Mai 2014 werden wir die gesegnete Nacht des Auftiegs (Mi’radsch) wahrnehmen. Ich bitte Allah darum, dass die Mi’radsch-Nacht, die eine außerordentliche Stelle in unserem religiösen Leben hat, unser Leben und unsere seelische Welt ewig beleuchten soll. Möge die wahrzunehmende Mi’radsch-Nacht allen Lebewesen, von jung bis alt für unser gesamtes Volk, der Umma und der ganzen Menschheit Zuträglichkeit, Frieden und Wohlbefinden bringen. Somit gratuliere ich allen Gläubigen zu den gesegneten Nächten.

Isra und Mi’radsch, ist eine spirituelle Reise, die sehr viele göttliche Zwecke (hikem, hikmat) und Segen beinhaltet. Während dieser Reise, die in einem durch Allah’s Zulassung und Gnade ermessenen Zeitraum stattfand, ist der Prophet (sav) zuerst von der heiligen Moschee (Masdschidu’l-Haram) zu der fernen Moschee (Masdchidu’l-Aqsa) und von dort aus zu Allah, dem Besitzer der Zeit und des Orts, aufgestiegen, um Seine unendlichen Zeichen (ayat) und unbegrenzte Macht wahrzunehmen.

Diese Angelegenheit wird wie folgt durch den Vers 1 der Sure 17 (al-Isra) zu Worte gebracht: „Gepriesen sei Der, Der bei Nacht Seinen Diener von der heiligen Moschee (Masdschidu’l-Haram) zu der fernen Moschee (Masdschidu’l-Aqsa), deren Umgebung Wir gesegnet haben, hinführte, auf dass Wir ihm einige Unserer Zeichen zeigten. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allsehende.“

Vor allen Dingen bedeutet Mi’radsch, voran für unseren Propheten (sav) und für jeden Muslim ein spiritueller Aufstieg, ein Treffen mit unserem Erhabenen Herrscher, in dem wir uns über unsere Dienerschaft zu Ihm bewusst werden und dadurch wichtige menschliche Verantwortungen auf uns nehmen.

In der angenehmen Stimmung der gesegneten drei Monate und besonders der gesegneten Mi’radsch-Nacht ist es nicht unsere Aufgabe uns mit all den Einzelheiten der metaphysischen Eigenschaften des Aufstiegs (Mi'radsch) zu befassen, sondern uns über seine Seele, Wirklichkeit, universellen Botschaften, sein Sinn und göttlichen Zweck (hikma) erneut zu gedenken. Wir sollten unser Leben mit diesen spirituellen Gelegenheiten verstärkt versorgen und erforderliche Lehren aus diesen gesegneten Nächten ziehen. Denn diese sollten hinsichtlich der Gabe und Ehre als eine Gelegenheit zu verstanden werden.

Die gesegnete Mi'radsch-Nacht ist ein auserwählter Moment, um die grenzenlose Barmherzigkeit und Gnade Allah’s durch Gebete (dua) und Anflehungen zu wünschen, damit Kriege, Besetzungen, Naturkatastrophen und natürliche Gefahren, die unsere Welt bedrohen aufhören und wir uns ebenso aufgrund der Menschenbegierden entstehenden negativen Umstände befreien können.

Lasst uns den Wert dieser drei gesegneten Monate, in denen wir uns befinden und der heute wahrgenommenen gesegneten Nacht schätzen. Greifen wir fest am Vers 77 der Sure 25 (al-Furqan), welcher sinngemäß folgendes besagt: „Warum soll mein Herr euch wertschätzen, wenn es eure Dienserschaft und euer Flehen nicht gäbe?“ (al-Furqan). Das Gebet (dua), das ein Zeichen der Dienerschaft ist, ist ein Aufstieg (Mi’radsch) und eine wichtige ebenso große Verbindung zwischen Allah und seinem Diener. Diese Verbindung ist wiederum das größte Treffen des Menschen auf dieser Welt, die seine Einsamkeit beseitigt.

Beten wir mit Hochachtung zu dieser Nacht für unsere Arbeiter, die vergangene Woche in Manisa/Soma zur Folge eines Bergwerksunglück ums Leben kamen. Bitten wir Allah darum, dass Er Seine Gnade von unseren Geschwistern, die ums Leben kamen nicht fern halten und sie unteranderem als Märtyrer (Schahid) anerkennen soll. Ihren traurigen Familien, Verwandten, Bekannten und unserem Volk soll Allah Geduld und Standhaftigkeit geben sowie unseren verletzten Geschwistern eine dringende Genesung. Möge der liebe Gott unserem Volk, unserer Heimat und der ganzen Menschheit solche Art von Schmerzen und Sorgen nicht ein weiteres Mal erleben lassen.

Mit diesen Empfindungen und Gedanken gratulieren wir als Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) zuerst unseren in Deutschland lebenden Geschwistern dann unserem wertvollen Volk und der Islamischen Welt zur Mi'radsch-Nacht. Bitten wir den Erhabenen Gott darum, dass in dieser gesegneten Nacht unsere Gebete und unsere zu Ihm erhobenen Hände zur Einheit, Solidarität und zum Wohlstand der Islamischen Welt beitragen sowie außerdem den Frieden, das Glück, die Gelassenheit unter der gesamten Menschheit, die Reinigung und Vergebung aller Gläubigen veranlassen soll.

Prof  Dr. Izzet ER Vorsitzender DITIB-Dachverband

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